Der Partnertitel in Kanzleien hat seinen Charakter verändert. „Partner:in“ ist nicht mehr automatisch gleichbedeutend mit Mitunternehmer:in. In vielen Modellen steht er für eine Führungs- und Ergebnisrolle – gut vergütet, sichtbar, aber ohne echten Zugriff auf Gewinn, Stimmrechte oder strategische Weichenstellungen.
Früher klar, heute vielschichtig
Traditionell war Partnerschaft eindeutig: Kapitalbeteiligung, Stimmrecht, Gewinnanteil, Risiko – und eine echte Upside. Heute ist das häufig eine Zwei Stufen Welt. Non Equity ist in vielen Häusern Standard-Einstieg. „Salary Partner:in“ ist salonfähig: Partner:in auf der Visitenkarte, angestellt im System. Für Kanzleien ist das effizient. Für Einzelne wird die Tragweite oft erst sichtbar, wenn der Beförderungsapplaus verhallt.
Die betriebswirtschaftliche Logik
Das ist kein Kulturbruch, sondern ein Update der Anreizsysteme. Gründe, die wir in der Praxis sehen:
- Fokus auf Profit per Equity Partner (PPEP) und Reporting-Anforderungen.
- Wettbewerbsdruck durch Laterals und Team-Deals.
- Mandant:innen verlangen Tempo und Skalierung bei stabilen Budgets. Non Equity puffert diese Spannungen: Anerkennung ohne Verwässerung, Bindung erfahrener Seniors, Kapazität zur Partner Rate bei Gehaltskosten und robuste Außenkennzahlen.
Die Folge: Längere Partnerlisten – aber relativ weniger Mitunternehmer:innen.
Was es für Non Equity Partner:innen bedeutet
Die Rolle fühlt sich oft ambivalent an. Der Marktwert steigt, die Erwartungshöhe ebenso. Was nicht automatisch wächst ist die wirtschaftliche Teilhabe. Viele tragen unternehmerische Verantwortung ohne unternehmerischen Hebel: Akquirieren, führen, verkaufen, liefern – mit begrenzter Upside und ohne echte Mitbestimmung. Wer beim Mandat als Partner:in abgerechnet wird, intern aber wie ein „Senior+“ vergütet und gesteuert ist, erlebt kein Missverständnis, sondern das Modell.
Traditionell war Partnerschaft eindeutig: Kapitalbeteiligung, Stimmrecht, Gewinnanteil, Risiko – und eine echte Upside. Heute ist das häufig eine Zwei Stufen Welt. Non Equity ist in vielen Häusern Standard-Einstieg. „Salary Partner:in“ ist salonfähig: Partner:in auf der Visitenkarte, angestellt im System. Für Kanzleien ist das effizient. Für Einzelne wird die Tragweite oft erst sichtbar, wenn der Beförderungsapplaus verhallt.
Sven Laacks
Drei Hebel, die wirklich zählen
Ob Non Equity für Sie Karrieresprung oder Warteschleife ist, entscheidet sich weniger am Titel als an drei Punkten:
- Mandantenkontrolle: Haben Sie den direkten Draht zum Budget Owner – oder „nur“ Delivery Verantwortung?
- Origination Klarheit: Wie sind Credits definiert, dokumentiert und kontroversenfest? Wo Regeln fehlen, gewinnt Politik.
- Skalierbarkeit über die Plattform: Können Sie Arbeit replizieren und Teams produktiv machen oder verkaufen Sie primär Zeit?
Der ernüchternde Aha Moment kommt häufig spät: Der Partnertitel ersetzt keine Mandantenkontrolle. Er überdeckt nur, dass sie fehlt.
Ihr Due Diligence Check vor der Zusage
Stellen Sie diese Fragen und bestehen Sie auf belastbaren Antworten:
- Beteiligung: Ist Equity perspektivisch vorgesehen? Zu welchen Bedingungen
- Governance: Welche Gremien entscheiden über Pricing, Credits, Ressourcen? Haben Non Equity Partner:innen Sitz und Stimme?
- Vergütung: Wie wird diese konkret gemessen?
- Pipeline: Wie viele Non Equity Kolleg:innen wurden in den letzten 3 Jahren zu Equity? Wie lange dauerte dieser Prozess im Schnitt?
- Business Case: Zugang zu Schlüsselsektoren, Cross Selling Kanäle, BD Budget, Marketing Support. Welche Mindestumsätze sind realistisch – nicht nur formal?
- Team & Leverage: Können Sie Associates nach Profil steuern? Wie stabil ist die Delivery Kette?
- Exit Optionen: Welche Alternativen gibt es bei Zielverfehlung – Kurskorrektur, Seitenwechsel, Standortwechsel?
Was Kanzleien jetzt transparent regeln sollten
- Rollenbilder: Klare, schriftliche Definition von Non Equity vs. Equity inkl. Rechten, Pflichten und Entscheidungskompetenzen.
- Credit System: Einfach, nachvollziehbar, auditierbar. Weniger Politik, mehr Planbarkeit.
- Daten statt Erzählungen: Regelmäßige Veröffentlichung von Promotionsquoten und Verweildauern (intern).
Transparenz reduziert Friktion und bindet genau die Talente, die später echte Unternehmer:innen sein sollen.
Wie wir bei LWYRD unterstützen
LWYRD ist eine Executive Search Boutique für den Rechtsmarkt. Gemeinsam verfügen wir über mehr als 25 Jahre Erfahrung. Seit 2021 steht die Marke LWYRD für klare Beratung, belastbare Datenpunkte und Verlässlichkeit.
Unsere Leistungen rund um Partner Moves und Partnermodelle:
- Executive Search: Diskret, zielsicher, mit realistischem Business Case.
- Individuelle Due Diligence für Kandidat:innen: Track Analyse, Vergütungs Benchmarking, Credit System Review, Vertrags Pre Read.
- Verhandlungsstrategie: Struktur, „Must haves“ vs. „Nice to haves“, Formulierungen, Fallbacks.
- Business Development Coaching: Mandantenportfolio schärfen, Origination skalieren, Plattform nutzen.
- Moderation & Speaking: Für Partner:innen Runden, Offsites, Leadership Formate zu Karrierepfaden und Markttrends.
Ihr nächster Schritt
- Sie prüfen ein Non‑Equity‑Angebot und wollen die „Hidden Terms“ verstehen?
- Sie planen einen Partner‑Wechsel und brauchen einen Realitätscheck zum Business Case?
- Sie wollen Ihr Partnermodell als Kanzlei schärfen und Attraktivität wie Planbarkeit erhöhen?
Dann sprechen Sie mit uns. In einem kurzen, vertraulichen Erstgespräch klären wir Zielbild, Risiken und Optionen und welche Unterstützung für Sie sinnvoll ist.
Kontakt: kontakt@lwyrd.de | Betreff: „Partner‑Modell“
Quelle:
- Basierend auf Linkedin-Beitrag von Sven Laacks (Originalbeitrag auf Linkedin)
