Was bedeutet das?
Das Lockstep-Modell ist ein Vergütungssystem für Partner, bei dem die Gewinnbeteiligung primär nach Dienstalter – also der Anzahl der Jahre in der Partnerschaft – bemessen wird. Je länger ein Partner der Kanzlei angehört, desto höher seine „Punkte“ oder „Units“ im System und damit sein Anteil am Gesamtgewinn. Individuelle Umsatzbeiträge oder Mandantenportfolios spielen in einem reinen Lockstep-System eine untergeordnete Rolle.
In der Praxis
Das Modell fördert Kollegialität und langfristiges Denken: Partner haben weniger Anreiz, Mandate zu horten oder Kollegen als Konkurrenten zu betrachten. Historisch war Lockstep das dominierende Modell der britischen Magic-Circle-Kanzleien. In der Praxis hat sich das reine Lockstep-Modell jedoch zunehmend in Richtung „Modified Lockstep“ entwickelt: Leistungskomponenten und Merit-Adjustments werden eingebaut, um Top-Performer zu halten.
Unterschied zu ähnlichen Begriffen
Der direkte Gegensatz zum Lockstep ist das Eat-What-You-Kill-Modell, bei dem die Vergütung nahezu ausschließlich vom individuellen Umsatzbeitrag abhängt. Die Wahl des Vergütungsmodells ist für Partner-Kandidaten ein zentrales Kriterium bei der Bewertung einer Kanzlei.
