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Billable Hours

Was bedeutet das?

„Billable Hours“ – auf Deutsch abrechenbare Stunden – bezeichnen die Arbeitszeit, die ein Anwalt direkt einem Mandanten in Rechnung stellen kann. Sie sind in den meisten großen Kanzleien die zentrale Messgröße für individuelle Produktivität und bilden die Grundlage des klassischen Abrechnungsmodells: Der Mandant zahlt auf Basis des Stundensatzes des jeweiligen Anwalts multipliziert mit den aufgewendeten Stunden.

In der Praxis

Billable Hours umfassen alle Tätigkeiten, die unmittelbar der Mandatsbearbeitung dienen: Recherche, Vertragsprüfung, Schriftsätze, Besprechungen, Korrespondenz. Nicht abrechenbar sind hingegen interne Meetings, Weiterbildung, Business Development oder administrative Aufgaben. Die Differenz zwischen gesamter Arbeitszeit und abrechenbaren Stunden ist dabei kein Randthema – sie ist ein zentraler Steuerungsparameter für Kanzleien und schlägt sich direkt in der Utilization Rate nieder.

Berechnung

Honorar = Stundensatz × Billable Hours

Beispiel: Ein Senior Associate mit einem Stundensatz von 400 Euro arbeitet in einem Monat 60 abrechenbare Stunden an einem M&A-Mandat. Das ergibt ein abgerechnetes Volumen von 24.000 Euro – allein für diesen einen Anwalt, in diesem einen Monat.

Relevanz für Kandidaten

In Big-Law-Kanzleien werden Associates häufig an jährlichen Stundenvorgaben gemessen – sogenannten Billing Targets –, die je nach Kanzlei und Markt zwischen 1.800 und 2.200 Stunden pro Jahr liegen können. Das Erreichen oder Übertreffen dieser Zielwerte hat direkten Einfluss auf Bonuszahlungen und die Karriereentwicklung. Wer die Logik hinter Billable Hours versteht, versteht auch, warum Kanzleien so auf Verfügbarkeit und Auslastung achten – und was es bedeutet, wenn ein Mandat „heiß läuft“.

Ausblick

Das Modell der Billable Hours steht zunehmend unter Druck – und KI ist ein wesentlicher Grund dafür. Wenn eine Aufgabe, für die ein Associate früher vier Stunden gebraucht hat, durch KI-Unterstützung in einer Stunde erledigt wird, stellt sich die Frage: Was wird eigentlich noch abgerechnet – die Zeit oder der Wert? Einige Kanzleien experimentieren bereits mit alternativen Vergütungsmodellen wie Fixed Fees oder Value-Based Pricing. Ob das stundenbasierte Modell langfristig Bestand hat, ist eine der offenen Fragen im Strukturwandel des Rechtsmarkts – und eine, die Juristen in ihrer Karriereplanung nicht ignorieren sollten.

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