Was bedeutet das?
Der Begriff „Draw“ bezeichnet in Kanzleien mit Partnerschaftsstruktur die regelmäßige Vorauszahlung, die ein Partner monatlich aus dem Kanzleivermögen entnimmt – vergleichbar mit einem Gehalt, aber technisch gesehen eine Vorauszahlung auf den späteren Gewinnanteil.
In der Praxis
Anders als ein festes Anwaltsgehalt ist der Draw kein garantiertes Einkommen im klassischen Sinne: Am Ende des Geschäftsjahres wird der tatsächliche Gewinn der Kanzlei ermittelt und auf die Partner verteilt. Der Draw wird dabei angerechnet – liegt der tatsächliche Gewinnanteil über dem bereits ausgezahlten Draw, erhält der Partner eine Nachzahlung; in schlechten Jahren kann es umgekehrt zu Rückzahlungspflichten kommen.
Relevanz für Kandidaten
Das Draw-Modell ist besonders relevant für Anwälte, die den Schritt in die Partnerschaft planen: Es verdeutlicht, dass Partner unternehmerisch mitdenken und wirtschaftliche Risiken mittragen – eine grundlegend andere Rolle als die eines angestellten Associates oder Counsels.
